Jahresrückblick
2020

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„Uns kontinuierlich zu verbessern, das treibt uns an.“

Interview mit Marc Westphal, Bereichsleiter IT

Die GVL hat in den vergangenen Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt: Die IT-Systeme sind heute integraler Teil der Wertschöpfung und die digitale Datenverarbeitung ist Kern des Geschäftsmodells. Wir haben mit Marc Westphal, dem Bereichsleiter IT, über diese Entwicklung gesprochen.

Marc Westphal, Bereichsleiter IT bei der GVL
Marc Westphal, Bereichsleiter IT

Die „Digitale Transformation“ hat die GVL über die vergangenen Jahre geprägt und neu definiert. Wie sah der Veränderungsprozess bei uns aus?

Für eine funktionierende digitale Transformation braucht es mehr als nur neue IT-Systeme. Vielmehr geht es dabei um eine veränderte Art des Arbeitens. Für uns als GVL bedeutete das, effiziente und durchdachte Prozesse zu erarbeiten, nachhaltige Daten- und Organisationsstrukturen zu entwickeln sowie eine flexible und erweiterbare technische Infrastruktur aufzubauen. Die digitale Transformation ist so tiefgreifend, dass sie unsere gesamte Unternehmenskultur erfasst. Die GVL wandelte sich innerhalb weniger Jahre zum digitalen Dienstleister im Bereich der Leistungsschutzrechteverwertung.

Kannst du uns etwas Konkretes zum Bedeutungszuwachs des IT-Bereichs bei der GVL sagen?

Der veränderte Fokus der GVL auf IT und Datenverarbeitung spiegelt sich vor allem in unserer Belegschaft wider: Während vor zehn Jahren nur ein kleiner Teil der GVL-Mitarbeiter*innen einen IT-Schwerpunkt hatte, haben inzwischen fast die Hälfte aller Kolleg*innen einen Hintergrund in diesem Bereich. Das prägt selbstredend die gesamte Unternehmenskultur.

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Anteil der IT-Belegschaft in der GVL

 

Ein Großteil der Belegschaft der GVL hat mittlerweile einen IT-Schwerpunkt. 

Wie hat sich dadurch das Arbeiten bei der GVL verändert?

Unsere Arbeit basiert auf einem Konzept, das sich auf moderne tragfähige IT-Lösungen mit Orientierung an internationalen Standards und Best Practices fokussiert. Es sieht vor, dass unsere Teams GVL-Services entwickeln und optimieren. 

All die komplexen und voneinander abhängigen Systeme, die wir haben, müssen instandgehalten und weiterentwickelt werden. Wir wollen fähig sein, schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren und die Systeme auf einem aktuellen technischen Stand zu halten. Dahinter steckt das Prinzip des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP), das wir unserer Arbeit zugrunde legen und das uns antreibt.

Viele Leute unterschätzen, welche Datenmengen die GVL mittlerweile verarbeitet. Kannst du uns hier ein paar Beispiele geben?

Wir vertreten das weltweite Repertoire von über 160.000 Berechtigten – hinter jeder Verteilung von Geldern stehen also riesige Datenvolumen. Wir verarbeiten pro Jahr rund 40 Millionen Sendeminuten, die uns in sehr unterschiedlicher Qualität erreichen. Auf Seiten der Künstler*innen haben wir mehr als 20 Millionen Mitwirkungsmeldungen erfasst – hier kommen pro Jahr über zwei Millionen dazu. In unseren Datenbanken sind zudem weit über 30 Millionen Tonträgerproduktionen hinterlegt, außerdem noch Film- und Fernsehproduktionen, Videoclips und Hörfunkproduktionen.

All diese Daten gehen Tag und Nacht bei der GVL ein und müssen dann für die Verteilungen aufbereitet werden. Während wir 2017 noch circa 30 Terabyte Festplattenspeicher brauchten, waren es Anfang 2021 schon über 400 Terabyte. 

Von diesen Millionen Datensätzen, die die GVL verarbeitet, bekommen die Berechtigten ja wenig mit. Welche Verbesserungen können denn die Berechtigten unmittelbar wahrnehmen? 

Die Berechtigten spüren die Verbesserung unserer IT-Systeme vor allem daran, dass die Verteilungen seit 2020 pünktlich durchgeführt werden. Auch die Portale werden ständig optimiert und um neue Features erweitert. Überdies ist die Bereitstellung der Daten durch die verschiedenen Automatisierungsprozesse messbar schneller geworden. Ein großer Kritikpunkt war lange Jahre die Datenqualität, die sich insbesondere mit den letzten Erstverteilungen deutlich verbessert hat.

Welche Schwerpunkte setzt die GVL in den kommenden Jahren mit Blick auf ihre Systeme? 

Unser Ziel ist es, die inzwischen bewährte IT-Architektur und Leistungsfähigkeit auf alle Datenanbindungen und Medientypen im nationalen und internationalen Umfeld anzuwenden. Ein weiterer Fokus liegt auf der automatisierten Verarbeitung und dem Matching der von den Sendern gelieferten Nutzungsdaten mit dem GVL-Repertoire. Außerdem werden in den kommenden Monaten einige Systeme durch leistungsfähigere Nachfolger abgelöst. Man kann also gespannt bleiben.

Die digitale Transformation ist so tiefgreifend, dass sie unsere gesamte Unternehmenskultur erfasst. Die GVL wandelte sich innerhalb weniger Jahre zum digitalen Dienstleister im Bereich der Leistungsschutzrechteverwertung.
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Westphal
Marc Westphal
Bereichsleiter IT